
Ist Irland in der EU? Status, Euro, Schengen & Reisen
Wer eine Reise nach Irland plant, steht früher oder später vor dieser Frage: Ist Irland in der EU? Die Antwort ist für die meisten Reisenden erfreulich – denn die Republik Irland gehört weiterhin zur Europäischen Union. Allerdings gibt es einige Besonderheiten, die vor allem bei Einreise und Währung eine Rolle spielen.
EU-Mitglied seit: 1973 · Währung: Euro · BIP pro Kopf: 81.200 € · Rang im BIP pro Kopf EU: Platz 2 · Schengen-Raum: Nein
Kurzüberblick
- Mitglied seit 1973 (Counter vor9)
- Euro als Währung seit Einführung (Counter vor9)
- Kein Schengen-Raum (Counter vor9)
- Zukünftige Änderungen am Windsor Framework
- Langfristige ETA-Pflicht für Irland?
- Protokoll Irland/Nordirland gilt seit 1. Januar 2021
- Grenze bleibt offen bis mindestens 2025
- ETA für UK ab 2. April 2025
- Common Travel Area weiterhin aktiv
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Merkmale Irlands im Überblick zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| EU-Beitritt | 1973 |
| Währung | Euro |
| Schengen-Mitglied | Nein |
| NATO-Mitglied | Nein |
| BIP pro Kopf | 81.200 € |
Ist Irland noch EU-Mitglied?
Mitgliedschaft seit 1973
Die Republik Irland ist seit dem 1. Januar 1973 Mitglied der Europäischen Union. Damit gehört Irland seit über 50 Jahren zur EU – eine Mitgliedschaft, die auch durch den Brexit nicht erschüttert wurde. Irland gehört zu den wirtschaftsstärksten Ländern der EU und rangiert beim BIP pro Kopf auf Platz 2 innerhalb der Union.
Trotz der engen historischen und wirtschaftlichen Verbindungen zum Vereinigten Königreich hat Irland stets an seiner EU-Mitgliedschaft festgehalten. Das hat dem Land nach dem Brexit einen deutlichen wirtschaftlichen Vorteil verschafft.
Aktueller Status
Die Republik Irland bleibt vollwertiges EU-Mitglied mit allen Rechten und Pflichten. Das betrifft die Teilnahme an EU-Institutionen, den Zugang zum europäischen Binnenmarkt und die Einhaltung EU-Rechts. Anders als Großbritannien hat Irland weder ein Referendum zum Austritt abgehalten noch den Austrittsprozess eingeleitet.
Die 360 Kilometer lange Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland ist und bleibt eine EU-Außengrenze – allerdings mit besonderen Regelungen durch das Protokoll zu Irland/Nordirland.
Das bedeutet für die Grenzregion: Auch nach dem Brexit bleibt die Grenze für Reisende und Warenverkehr offen, solange das Protokoll in seiner aktuellen Form Bestand hat.
Ist Irland Teil des Schengenraums?
Unterschiede zu EU
Hier beginnen die Besonderheiten: Obwohl Irland EU-Mitglied ist, gehört die Republik nicht zum Schengen-Raum. Das Schengen-Abkommen, das am 26. März 1995 in Kraft trat, wurde von Irland bewusst nicht unterzeichnet. Der Grund liegt in der besonderen Beziehung zu Großbritannien durch die seit 1923 bestehende Common Travel Area.
Das bedeutet für Reisende: Bei Ein- und Ausreise nach Irland werden Ausweiskontrollen durchgeführt. Sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise muss ein gültiges Ausweisdokument vorgezeigt werden – eine Praxis, die in Schengen-Staaten für EU-Bürger nicht üblich ist.
Reiseimplikationen
Für EU-Bürger gelten bei der Einreise nach Irland klare Regeln: Ein Personalausweis oder Reisepass ist ausreichend, ein Visum wird nicht benötigt. Dies gilt sowohl für touristische Aufenthalte als auch für kurze Geschäftsreisen.
Ein Schengen-Visum berechtigt nicht zur Einreise nach Irland, da Irland kein Schengen-Mitglied ist. Reisende mit einem Schengen-Visum müssen separat ein irisches Visum beantragen.
Irland wendet Teile des Schengen-Acquis an – insbesondere bei der Visa-Politik – aber ohne die Personenfreizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums zu teilen.
Für Reisende aus Nicht-EU-Staaten ergibt sich daraus eine zusätzliche Hürde: Wer ein Schengen-Visum besitzt, muss für Irland eigenständig ein separates Visum beantragen.
Hat Irland noch den Euro?
Währungsstatus
Ja, Irland gehört zur Eurozone und verwendet den Euro als offizielle Währung. Das irisches Pfund wurde am 1. Januar 1999 durch den Euro ersetzt – zunächst als Buchgeld, ab 2002 auch als Bargeld. Alle Preise in Irland werden heute in Euro angegeben.
Zum Vergleich: Das Vereinigte Königreich hat den Euro nie eingeführt und verwendet weiterhin das britische Pfund Sterling. Das betrifft auch Nordirland, wo trotz des speziellen Protokolls weiterhin Pfund Sterling gilt.
Vergleich mit UK
Für Reisende bedeutet das: Wer von Irland nach Nordirland oder Großbritannien weiterreist, muss dort wieder mit Pfund Sterling bezahlen. Einige Grenzgebiete in Nordirland akzeptieren zwar Euro, offizielles Zahlungsmittel ist dort aber das Pfund.
Die Währungsgrenze zwischen Euro und Pfund verläuft also nicht an der irisch-nordirischen Landgrenze, sondern erfordert einen Wechsel beim Übergang nach Großbritannien.
Kann ich ohne Reisepass nach Irland reisen?
Regeln für EU-Bürger
Gute Nachricht für EU-Bürger: Für die Einreise nach Irland reicht der deutsche Personalausweis völlig aus. Weder ein Reisepass noch ein Kinderreisepass ist zwingend erforderlich. Diese Regelung gilt seit Irlands EU-Beitritt und wurde auch nach dem Brexit beibehalten.
Das Auswärtige Amt bestätigt, dass für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen weder ein Visum noch besondere Genehmigungen erforderlich sind. Der Personalausweis muss lediglich gültig sein – eine Mindestlaufzeit nach der Rückreise wird von irischer Seite nicht gefordert.
Ryanair-Spezifika
Bei Flugreisen mit Ryanair oder anderen Billigfliegern gelten jedoch teils abweichende Regeln: Ryanair verlangt für internationale Flüge innerhalb der EU neuerdings häufig einen Reisepass statt eines Personalausweises. Das ist keine staatliche Vorgabe, sondern eine unternehmensinterne Regelung der Airline.
Bevor Sie mit Ryanair nach Irland fliegen, prüfen Sie aktuell, welches Ausweisdokument die Airline für Ihren konkreten Flug verlangt. Die Anforderungen können je nach Strecke und Abflugland variieren.
Für Nicht-EU-Bürger gelten hingegen strengere Regeln: Ein Reisepass ist Pflicht, und je nach Herkunftsland kann ein Visum erforderlich sein.
Die Diskrepanz zwischen staatlicher Regelung und Airline-Praxis führt immer wieder zu Überraschungen bei Reisenden – besonders bei Buchung über Drittanbieter, wo die Hinweise leicht übersehen werden.
Ist Irland vom Brexit betroffen?
Auswirkungen auf Handel
Der Brexit betraf die Republik Irland nicht direkt – das Land bleibt EU-Mitglied mit vollem Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Was sich geändert hat, ist die Beziehung zum direkten Nachbarn: Das Vereinigte Königreich hat die EU in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2020 verlassen.
Die Brexit-Übergangszeit endete am 31. Dezember 2020. Seitdem gelten für Handels- und Reisebeziehungen zwischen der EU und Großbritannien neue Regeln. Nordirland hingegen bleibt durch das Protokoll zu Irland/Nordirland, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat, faktisch an die EU-Zollunion angebunden.
Grenze zu Nordirland
Die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland bleibt offen – ohne Zollkontrollen für Waren und ohne Ausweiskontrollen für Reisende. Bis mindestens zum 1. Januar 2025 bleibt das Überschreiten der britisch-irischen Landesgrenze so, wie es vor dem Brexit war.
Das 2023 verabschiedete Windsor Framework regelt die Handelsbeziehungen für Nordirland neu und vereinfacht einige Procedere. Für Reisende ändert sich dadurch nichts – die offene Grenze bleibt bestehen.
Das Vereinigte Königreich verlangt seit dem 1. Oktober 2021 für alle Einreisenden einen gültigen Reisepass. Ab dem 2. April 2025 kommt eine weitere Hürde hinzu: die elektronische Einreisegenehmigung (ETA), die auch für EU-Bürger Pflicht wird.
Für EU-Bürger, die nach Großbritannien reisen, bedeutet das: Der Personalausweis reicht künftig nicht mehr – ein Reisepass und dieETA werden Pflicht.
Stimmen zum Thema
Für Reisen in die Republik Irland ändert sich für EU-Bürger gar nichts. Die Republik Irland ist vom Brexit nicht betroffen.
— Counter vor9 (Reisemagazin)
Es gibt Unsicherheiten, die durch die Entscheidung der Briten entstanden sind, die EU zu verlassen. Und das betrifft auch die neuen Grenzen.
— Michel Barnier, EU-Unterhändler (zitiert nach Deutschlandfunk)
Verwandte Beiträge: Geld sparen in Irland
eskytravel.de, de.wikipedia.org, bmi.bund.de, auswaertiges-amt.de, europa.eu, commission.europa.eu, senlactours.com, bafa.de, axa-schengen.com
Häufig gestellte Fragen
Welche Länder sind EU-Mitgliedstaaten?
Die Europäische Union umfasst 27 Mitgliedstaaten. Dazu gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande. Irland ist seit 1973 Mitglied.
Welche Länder gehören nicht zur EU?
Nicht zur EU gehören unter anderem das Vereinigte Königreich (nach dem Brexit), die Schweiz, Norwegen und Island. Auch die meisten osteuropäischen Staaten außerhalb der EU sind keine Mitglieder.
Ist Irland in der Nato?
Nein, Irland ist kein NATO-Mitglied. Das Land verfolgt eine traditionelle Neutralitätspolitik und gehört keiner Militärallianz an.
Warum ist Irland nicht in der EU?
Irland IST in der EU – die Frage basiert auf einem Missverständnis. Irland ist seit 1973 EU-Mitglied. Was Irland nicht hat, ist die Schengen-Mitgliedschaft.
Ist Dublin in der EU?
Ja, Dublin ist die Hauptstadt der Republik Irland, die ein vollwertiges EU-Mitglied ist. Die Stadt profitiert vom europäischen Binnenmarkt und ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum.
Ist Irland eine Insel?
Ja, Irland ist eine Insel in Nordwesteuropa. Die Republik Irland nimmt den größten Teil der Insel ein, während Nordirland zum Vereinigten Königreich gehört.